Sonderausstellungen



© Steve Schapiro / Courtesy CAMERA WORK
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EYEWITNESS

 

STEVE SCHAPIRO UND DIE BÜRGERRECHTSBEWEGUNG

 

26. Mai bis 3. Oktober 2017

 

»I have a dream« – diese Worte Martin Luther King jrs. stehen sinnbildlich für den Gedanken der Bürgerrechtsbewegung in den 1960er-Jahren: Der Traum von einer Welt ohne Rassismus und Diskriminierung. Die Sonderausstellung »EYEWITNESS: STEVE SCHAPIRO UND DIE BÜRGERRECHTSBEWEGUNG« widmet sich diesem Gedanken und folgt jenen Aktivisten, die an vorderster Front für die Gleichberechtigung der afroamerikanischen Bevölkerung gekämpft haben.

 

Im Rahmen der Ausstellung präsentiert das Museum THE KENNEDYS 42 Schwarzweiß-Fotografien des renommierten Fotografen Steve Schapiro. Er hat als »Eyewitness« – zu Deutsch »Augenzeuge« – zwischen 1962 und 1968 die entscheidenden Momente der Bürgerrechtsbewegung fotografisch festgehalten. Darunter den legendären Selma-nach-Montgomery-Marsch von 1965.

 

Die im sozial-dokumentarischen Stil gehaltenen Aufnahmen entstammen dem Frühwerk des Fotografen. Anschaulich zeigen sie die Lebensrealität der afroamerikanischen Bevölkerung in den Südstaaten und ihren leidenschaftlichen Protest für eine gerechtere Gesellschaft. In ihrer Gesamtheit ergeben die Fotografien eine eindrucksvolle Dokumentation des enormen sozialen Wandels, den das Land während der Dekade erfuhr.

 

Fünf Protagonisten bringen dem Besucher die Beweggründe, Mittel und Ziele der Bewegung näher. Exemplarisch stehen sie für das öffentliche Bild der Bewegung. Martin Luther King jr. als Wortführer und einende Kraft, Rosa Parks, die Initiatorin der ersten Proteste, James Baldwin, der als Schriftsteller den lyrischen Soundtrack der Bewegung lieferte sowie Muhammad Ali, der wie kein anderer das neue afroamerikanische Selbstbewusstsein verkörperte und Robert Kennedy, auf dem die Hoffnungen nach politischem Wandel ruhten.

 

Doch worum drehen sich die Proteste überhaupt, die Schapiro so eindrucksvoll dokumentiert hat? Zwar hat der amerikanische Bürgerkrieg 1865 die Sklaverei beendet, doch wurden Afroamerikaner in den Südstaaten der USA weiterhin als Bürger zweiter Klasse behandelt. Es bestand die Praxis der Rassentrennung. In öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln mussten sich Afroamerikaner in gesonderten und minderwertig ausgestatteten Bereichen aufhalten. Zu Restaurants oder Bars hatten sie sogar oft gar keinen Zutritt. Darüber hinaus wurden sie durch perfide Gesetze von politischer Teilhabe ausgeschlossen: So existieren Rechtschreibprüfungen, deren Bestehen nötig war, um sich für das Wahlrecht zu qualifizieren.

 

Im Süden der USA formierte sich ab 1955 Widerstand gegen diese Unterdrückung: Rosa Parks, eine junge afroamerikanische Aktivistin, weigert sich in einem Bus ihren Sitzplatz für einen weißen Passagier aufzugeben. Rasch wird Parks‘ Protest landesweit bekannt. Unter der Wortführung Martin Luther King jrs., der nach dem Vorbild Mahatma Gandhis die Strategie des gewaltfreien Widerstands verfolgt, formiert sich eine Protestbewegung, die im Laufe der nächsten Jahre als die amerikanische Bürgerrechtsbewegung in die Geschichte eingehen soll.

 

Steve Schapiro spielt in diesem Kontext eine ganz besondere Rolle: Als Fotograf setzte er die Protestbewegung öffentlichkeitswirksam in Szene. Hierzu zählt vor allem der Protestmarsch von Selma nach Montgomery, der Hauptstadt Alabamas. Schapiros fesselnde Bilder haben die Ereignisse tief in das öffentliche Bewusstsein der USA gebrannt und führten zu einer landesweiten Solidarisierungswelle, welche auch die US-Regierung erfasste: Nur vier Monate nach der Ankunft der Aktivisten in Montgomery, unterzeichnete Präsident Lyndon B. Johnson den Voting Rights Act, welcher allen Amerikanern, unabhängig ihrer Hautfarbe, das uneingeschränkte Wahlrecht einräumte. Nicht zuletzt deshalb gilt der Marsch bis heute als ein Wendepunkt der Bürgerrechtsbewegung.

 

Ein Rundgang durch die Ausstellung bietet seltene Einblicke in eine noch nicht weit zurückliegende Zeit, in der sich die amerikanische Gesellschaft im Wandel befand. Schapiros Werk lädt dazu ein, über viele der heutzutage selbstverständlichen Errungenschaften der Bürgerrechtsbewegung sowie über die noch bestehenden Herausforderungen einer Gesellschaft ohne Rassismus und Diskriminierung zu reflektieren.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!