Sonderausstellungen


©San Antonio Public Library Foundation/ CAMERA WORK
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THE WINDS AND WORDS OF WAR

 

PLAKATKUNST IM ERSTEN WELTKRIEG

AUS DER SAMMLUNG DER SAN ANTONIO PUBLIC LIBRARY

 

16. März bis 7. Mai

 

»I Want You For US Army« – dieser Slogan, gepaart mit dem strengen Blick Uncle Sams, ist längst in die Populärkultur eingegangen. Die Sonderausstellung The Winds and Words of War widmet sich anlässlich des 100. Jahrestages des Eintritts der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg der spannenden Entstehungsgeschichte von diesem und 39 weiteren historischen Mobilisierungsplakaten, die in dieser Zusammenstellung nun das erste Mal außerhalb der USA im Museum THE KENNEDYS zu sehen sind.

 

Die in den Jahren 1917 und 1918 entworfenen Plakate waren das Herzstück der bis dato größten Propagandakampagne der US-Regierung. Sie sollten ie amerikanische Bevölkerung mit aller Macht von der Notwendigkeit des Kriegseinsatzes in Europa überzeugen und junge Männer in Scharen in die Rekrutierungsbüros locken.

 

Dieser gigantische Aufwand war aus zwei Gründen nötig: bis 1916 war die amerikanische Außenpolitik dem Grundsatz gefolgt, sich aus europäischen Angelegenheiten herauszuhalten – mit Erfolg: bei Ausbruch des Krieges waren die USA in Begriff, Großbritannien als führende Wirtschaftsmacht der Welt abzulösen. Eine »Herkulesaufgabe« – um US-Präsidenten Woodrow Wilson zu zitieren – war es daher, die Amerikaner 1917 von der Richtigkeit des Kriegseinsatzes zu überzeugen. Und diese Unterstützung der Bevölkerung war bitter notwendig: die amerikanischen Streitkräfte umfassten zum Zeitpunkt des Kriegseintrittes der USA gerade einmal 110.000 Soldaten, eine verschwindend geringe Anzahl im Vergleich zu den Millionenheeren der europäischen Mächte.

 

Das Committee on Public Information wurde im Jahr 1917 eigens zu diesem Zweck aus der Taufe gehoben. Unter ihrem Dach versammelten sich die führenden Grafikkünstler der Vereinigten Staaten, um mit dem kreativen Einsatz von Bildern und Worten die Bevölkerung auf den Kriegseinsatz einzuschwören. Besonders interessant ist dabei die Vielzahl der Adressaten und Themenfelder der Plakate: junge Männer, Hausfrauen, Landarbeiter, Jugendliche und jüdische Amerikaner wurden mit unterschiedlichsten Methoden und Inhalten umworben. Die Plakate sollten sie aufrütteln, empören und Mitgefühl gegenüber den Kriegsgreueln in Europa hervorrufen. Die künstlerischen Resultate können Sie nun in der vorliegenden Sonderausstellung auf sich wirken lassen.

 

Ein Rundgang durch die Ausstellung gibt damit auch einen Einblick in die Kunst der Plakatwerbung vor dem Durchbruch der Massenmedien Radio und Fernsehen. Illustrationen und Graphiken standen 1917 auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung und galten als effektivste und mächtigste Kanäle zur Verbreitung von Informationen. »Die Plakate waren die sozialen Medien ihrer Zeit« fasst die Kuratorin Allison Hays-Lane treffend zusammen.

 

Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich der bedeutenden Rolle San Antonios im Ersten Weltkrieg. Historische Fotografien und der Dokumentarfilm »Wings« zeigen eine Stadt im Aufbruch. Fernab der Schützengräben Europas wurden hier immense Energien freigesetzt, um junge Männer auf den Krieg in Übersee vorzubereiten. Die Schwarz-Weiß Fotografien eröffnen eine neue Perspektive auf ein Stück wohlbekannter Geschichte.