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Die Kennedys leben weiter… (Teil 2)

Die Tausend Tage der Präsidentschaft von John F. Kennedy und ihr tragisches Ende ließen niemanden unberührt – auch nicht die empfindsamen und zarten Seelen der Künstler. Robert Rauschenberg verarbeitete seine Erinnerungen und die spätere seelische Erschütterung gleich in mehreren Bildern. Im Mittelpunkt des collageartigen Bildes mit dem Titel Retroactive I (1964) steht die gestikulierende und eine Ansprache haltende Gestalt des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten, der von verschiedenfarbigen Bildern, die ursprünglich aus Magazinen und Zeitschriften stammen, umgeben ist. In Buffalo II (1964) greift Rauschenberg auf fast die gleichen Photos zurück, die er aber unter Verwendung unterschiedlicher Farben anders zusammensetzt. Das Werk 2K/To Kennedy (1999) weist bereits auf den Bezug zu John F. Kennedy hin, der jedoch nicht explizit erkennbar ist. Das Bild Signs (1970) dagegen zeigt unmissverständlich den 35. Präsidenten. Er befindet sich in Begleitung von Individuen seiner Generation wie Janis Joplin, Martin Luther King Jr. und seinem eigenen Bruder Bobby. Sie alle sind von den Photos solcher wichtigen Ereignisse der 1960er Jahre wie der Mondlandung und des Vietnamkriegs umgeben.

Ähnlich wie Rauschenberg benutzte James Rosenquist die Symbole der Konsumgesellschaft und des Wohlstandes, um sie mit den Abbildungen von John F. Kennedy zu einer einzigartigen Collage zusammenzubringen. In President Elect aus dem Jahr 1964 teilt sich der Präsident die Leinwand mit einem halben gelben Chevrolet und weiblichen Händen, die ein Stück Kuchen halten.

Auch Larry Rivers verbindet in seiner Collage The Friendship of America and France (Kennedy and de Gaulle) (1961-62) die kommerziellen Symbole mit politischen Themen. Die insgesamt zwölf Teilbilder, die die amerikanischen Zigarettenverpackungen von Herstellern wie Marlboro, Lucky Strike und Camel sowie die der französischen Marke Galuoises darstellen, bilden ein Mosaik, das von zwei Staatsoberhäuptern, nämlich de Gaulle und Kennedy, vervollständigt wird. Das Bild erinnert an das historische Treffen zwischen den beiden Präsidenten im Jahr 1961 und soll auf die Verbindung zwischen den beiden Nationen hinweisen.

Norman Rockwell griff auch einen Aspekt der Politik von John F. Kennedy auf, den er auf dem Bild The Peace Corps (1966) verbildlichte. Das hell erleuchtete Profil des Präsidenten, dem Initiator des Peace Corps, ist als erstes zu sehen, wobei sich die Gesichter der Volontäre sowie seines Schwagers Sargent Shriver neben ihm, ein wenig zurückgezogen, befinden. Zu dem Oeuvre dieses Malers gehört auch ein Porträt des Präsidenten und ein Wahlplakat mit dem Titel A Time of Greatness.

James Wyeth portraitierte John F. Kennedy in seinem Ölgemälde aus dem Jahr 1967 auf eine verhältnismäßig traditionelle Art und Weise. Der Maler zeigt den großen Staatsmann in einer nachdenklichen Pose, die ihn dadurch sehr menschlich erscheinen lässt. Neben den Gemälden gibt es auch interessante Skulpturen, die ihm gewidmet wurden, wie zum Beispiel die aus Wachs modellierte und in einem Sarg liegende Figur John F. Kennedy des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan, die Bronzebüste von Robert Berks aus dem Jahr 1963 und die überlebensgroße Figuren The Kennedys von Marisol Escobar.

Der Ruhm der Kennedy Familie, vor allem jedoch die Handlungen des Präsidenten, gingen über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus. Pablo Picasso äußerte sich in der Serie Rape of the Sabine Women (1963) zur amerikanischen Außenpolitik und ausdrücklich zur Kubakrise. Das Bild zeigt Frauen und Kinder auf dem Boden liegend, zertrampelt von den Hufen zweier Pferde. Die mächtigen Reiter auf den Rücken der Gäule sind gerade dabei, einen brutalen und verbitterten Kampf auf Kosten der Unschuldigen untereinander auszutragen.

Die Familie Kennedy, besonders der gutaussehende, charismatische, junge John Fitzgerald, wurde zum Hauptaugenmerk sowohl der Medien als auch der Künstler. Sie schufen Gemälde, Siebdrucke, Plakate, Skizzen, Zeichnungen, Deckblätter, Skulpturen und andere Formen des ästhetischen Ausdrucks.

JK

Die Kennedys leben weiter… (Teil 1)

Die Kunst überdauert Krisen, Kriege, wechselnde Regierungen und Regime, sie überdauert das Leben und den Tod. Das gleiche Schicksal betrifft ihre Inhalte. Einmal einen Platz in einem Kunstwerk innehabend, wird einem das ewige Leben zuteil. So erging es auch einigen Mitgliedern der Familie Kennedy. Die meisten von ihnen weilen nicht mehr unter uns, leben aber in unzähligen Kunstwerken weiter. Es wurden schier undendlich viele Photos gemacht, Leinwände bemalt und Skulpturen angefertigt, deren Inhalte sich auf die bis dahin wohl medienwirksamste Herrscherfamilie beziehen.

Künstler wie Hans Hoffmann, Robert Motherwell, Pablo Picasso sowie Pop-Art-Künstler wie Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg wählten die Familie als Thema für einige ihrer Werke. Die Bandbreite reichte von den in den 1960ern langsam in den Hintergrund abwandernden Abstrakten Expressionisten über die aufkommende Pop-Art bis hin zu unabhängigen Malern.

Der Abstrakte Expressionismus wurde nach und nach am Ende der 1950er und Anfang den 1960er Jahre in den Hintergrund gedrängt und durch neue Kunstrichtungen ersetzt. Nichtsdestotrotz waren die alteingesessenen Maler immer noch aktiv und widmeten sich zum Teil auch den aktuellen Geschehnissen und Entwicklungen.

Die Malerin der Generation des Abstrakten Expressionismus – Elaine de Kooning – schuf eine Bildserie über dem 35. Präsidenten, die ursprünglich nur als ein einziges Portrait für die Harry S. Truman Library geplant war. Da Kennedy keine Zeit zum Posieren hatte, beobachtete ihn die Künstlerin während seiner Arbeit. Auf diese Weise entstanden einige expressionistische Zeugnisse dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit, die besonders auf dem Bild John F. Kennedy (1963), mit seinen gewaltigen Ausmaßen, besonders deutlich wird.

Ihrem Ehemann, Willem de Kooning sagt man ebenfalls die Hingabe zu John F. Kennedy als Motiv nach. Ein Zeugnis dessen ist das Werk Reclining Man (John F. Kennedy) von 1963. Der Zusatz des Titels in Klammern wurde erst viele Jahre später nach der Veröffentlichung hinzufügt, da man hier das Gesicht des ermordeten Präsidenten zu erkennen glaubt. Da de Kooning, wie alle Amerikaner, die Ereignisse des Novembers 1963 inbrünstig verfolgte und seine Frau Elaine bereits seit einem Jahr an den Porträts des Präsidenten gearbeitet hatte, liegt die Vermutung nahe, dass dieses Werk John F. Kennedy darstellt. Diese Mutmaßung ist jedoch bis heute auch in der Kunstwissenschaft umstritten.

Robert Motherwell, ein weiterer Abstrakter Expressionist, schuf ein großes Wandgemälde für das John F. Kennedy Federal Building in Boston. Das Bild trägt den Titel New England Elegy (1965) aber es wird vermutet, dass es eigentlich The Tragedy of President Kennedy’s Death heißen sollte. In dem abstrakten Werk glaubt man auf einmal oben in einem schwarzen Bereich die Umrisse einer Waffe zu sehen. In einer eckigen Form dagegen sollen sich das Profil des Kopfes des Präsidenten und in den Linien herum die Projektilflugbahnen oder Blutspritzer verbergen. Motherwell selbst negierte die „John F. Kennedy-Theorie“ und gab an, dass es sich hier um einen allgemeinen Ausdruck der Trauer nach einem Todesfall handele.

In dem Werk To JFK: The Thousand Roots Did Die With Thee (1963) von Hans Hoffman, sieht man die auf die Leinwand gespritzte und getröpfelte schwarze Farbe, die wie eine Blutlache aussieht. Die allgemeine Stimmung, die aus dem Bild hervortritt, ist die des Schwermutes und der Bedrohung. Hoffman setzte hier all sein Können ein, um die unbegreiflichen Gefühle, die eine Tragödie immer begleiten, auszudrücken.

Die Künstler des Abstrakten Expressionismus zeigten also ein relativ großes Interesse an dem Leben und dem Tod ihres Präsidenten. Die Werke, die die Ikone einer ganzen Generation zeigen, sind mal mehr mal weniger abstrakt, vermitteln aber eindringlich eine ganze Bandbreite der Gefühle und Betrachtungsweisen, die diesen großen Mann auf seinem politischen Werdegang begleitet haben.

 

JK

Der zweite Teil folgt am 15. Mai 2010.

Book review: “The Kennedys - End of a Dynasty”

LIFE “The Kennedys - End of a Dynasty”, edited by Robert Sullivan. New York, 2009.

This timely book documents the life and times of America’s de facto royal family. Published just months after the death of Teddy Kennedy, the last patriarch of the Kennedy dynasty, it is a fitting tribute to the family that was a fixture on the American political scene for so many years and provides the reader with a glimpse into the personal as well as political lives they led.

The book is divided into two main chapters; the first gives the reader an overview of the family history, from their humble beginnings as part of the great wave of Irish immigrants who streamed to America after the potato famine, through to their meteoritic rise to prominence in American business and political life. The chapter also includes short profiles of each of John F. Kennedy’s siblings as well as of JFK himself, a must-have navigation feature when dealing with such a large family! The family tree at the beginning of the book is another such handy tool.

The second chapter is much more picture-laden, with beautiful, expertly-shot photographs of some of the key events in Kennedy history, many of which first appeared years ago in the pages of LIFE. Iconic photos, such as the one of Caroline and John-John playing in the Oval Office or that of John and Bobby heads bowed in concentration as they discuss campaign tactics, help to create a more personal portrait of the family. However, LIFE does not skirt away from mentioning the more painful memories in the family history, be it the assassinations of John and Bobby or the infamous Chappaquiddick incident, which arguably prevented Teddy from taking up the mantle from his fallen brothers and lead America as president.

Nevertheless, amidst all the talk of Teddy’s death last August signifying the death knell of the Kennedy clan’s political presence, Life proposes that although the brothers have gone, their era was “perhaps…the first Kennedy dynasty. Only tomorrow knows.”

NL

Die Kennedys in den Werken von Andy Warhol

Die Präsidentschaft von John F. Kennedy fiel in die Zeit der Dominanz der Kunstrichtung „Pop Art“. In den USA etablierte sie sich Ende der 1950er Jahre und blühte in der darauffolgenden Dekade vollkommen auf.

Die Pop Art löste sich von den Vorgaben und Ansätzen des Abstrakten Expressionismus und griff die von den Vorgängern verpönten Symbole der Massenkultur und des Kommerzes auf.  Die Themen sowie die Techniken, die sie verwendeten, waren mit der Werbung oder den Comic Books, das heißt, den Schöpfungen der populären Kultur, eng verbunden. Pop Art schreckte auch nicht vor Kitsch zurück, vor dem der amerikanische Kunstkritiker Clement Greenberg noch wenige Jahre zuvor in seinem Aufsatz Avant-Garde and Kitsch (1939) eindringlich warnte. Die Vertreter der Pop Art scheuten nicht ihre Schritte gen Banalen und Alltäglichen zu lenken, um die Grenze zwischen Elitärem und Gewöhnlichem zu Fall zu bringen. Für die Herstellung ihrer Werke wandten sie die Techniken der modernen Industriegesellschaft an, wie zum Beispiel der Reproduktion oder des Siebdruckverfahrens, um durch die Vervielfältigung die Zugänglichkeit ihrer Werke für ein größeres Publikum zu ermöglichen.

Ein Künstler, der für alle diese Eigenschaften einsteht, ist der extravagante Maler, Filmemacher, Musikproduzent, Schriftsteller und Exzentriker der amerikanischen Boheme – Andy Warhol. Die Inhalte seiner Werke bezogen sich, genauso wie bei den anderen Künstlern der Pop Art, auf die wahren Zeugnisse der populären Kultur wie Werbeplakate, Verpackungen, Fernseh- und Kinobilder sowie Comic Books. Eine der einzigartigen Entwicklungen der 1960er Jahre war das Aufkommen von Celebrities, die mit der Zeit zu einem besonders wichtigen und häufigen Motiv in der Kunst von Andy Warhol avancierten. Persönlichkeiten wie Marilyn Monroe, Elvis Presley, Mike Jagger, Grace Kelly als auch die Familie Kennedy nahmen einen besonderen Platz in seinem Schaffen ein. Andy Warhol widmete dem Traumpaar aus dem Weißen Haus sogleich mehrere Werke.

Das Bild Jackie (1964) ist ein Portrait der First Lady in der besten und bekanntesten Manier des Künstlers. Es ist ein für ihn typischer Siebdruck einer Berühmtheit mit einem sehr bunten, in diesem Fall roten Hintergrund und blauen Umrissen. Ein großes Porträt der wunderhübschen, lächelnden Jacqueline Kennedy, der öffentlichen Persönlichkeit und Identifikationsfigur, schaut aus dem Bild in die Ferne. Weitere Bilder, die unter Titeln wie Jacqueline Kennedy I (Jackie I) oder Jacqueline Kennedy II (beide 1966) veröffentlicht wurden, zeigen die wohl berühmteste Ehefrau eines Staatsoberhauptes der 1960er Jahre in verschiedenen Farben, Situationen, Lagen und Stimmungen.

In Sixteen Jackies (1964) zeigt Warhol Jacqueline Kennedy, während sie den repräsentativen Pflichten als First Lady nachgeht. Der Künstler zeigt sie in verschiedenen Momenten ihres öffentlichen Lebens wie bei amtlichen Besuchen oder während der Trauerzeit, das heißt sowohl in freudigen als auch in klagenden Augenblicken. Diesmal bezog sich Warhol auf acht aus der Presse nach der Ermordung ihres Gatten erschienene Bilder und setzte sie zu einem sich wiederholenden zufälligen Mosaik in Weiß, Schwarz, Blau und Gold zusammen. Fünf der sechszehn Bilder zeigen die wie immer modebewusst gekleidete und lächelnde Jackie, wobei man hinter ihr einen Blick auf den Präsidenten erhaschen kann. Drei weitere Bilder zeigen einen Uniformierten, der die Witwe während John F. Kennedys Begräbnis auf Arlington begleitet hatte. Andere drei Teile zeigen den in Kummer gehüllten gesenkten Kopf der First Lady im Profil. Weitere Ausschnitte offenbaren Porträts von Jackie, entweder bei bester Laune oder in tiefer Trauer. Es ist nicht das einzige Bild, das aus sechszehn individuellen Bildern besteht, so existieren noch weitere sechs davon. Warhol fertigte eine ganze Serie, in der Jackie Kennedy die Hauptrolle spielt, dessen umfangreichstes Beispiel Thirty-Five Jackies (1965) ist.

Flash-November 22 (1963) ist ein Portfolio von Andy Warhol, das aus vierzehn farbigen Siebdrucken zusammengesetzt ist. Die Bilder entstanden auf der Basis der Attentatphotos, die in der Presse und im Fernsehen gezeigt wurden. Der Künstler widmete sich in seinen Werken den vier Tagen, die zwischen der Ermordung und der Beerdingung des Staatsoberhauptes lagen. Zum Bestand dieser Serie gehören unter anderem Bilder von Jackie und John F. Kennedy, vom Präsidentensiegel, vom mutmaßlichen Attentäter Lee Harvey Oswald, seiner angeblich bei einem Versandhaus bestellten Waffe sowie von dem Haus, aus dessen Fenster die tödlichen Schüsse abgegeben wurden. Die Bilder wurden zu einer eindringlichen Studie des nationalen Traumas, das sich über die Grenzen ausgebreitet hat sowie der allgegenwärtigen emotionalen Anwesenheit der Medien.

Im Jahr 1980 fertigte Andy Warhol ein Porträt eines weiteren Mitglieds der Kennedy-Familie, nämlich Edward „Ted“ Kennedy, an. Das Bild zeigt den im August 2009 verstorbenen Politiker, der im Entstehungsjahr des Bildes als Präsidentschaftskandidat aufgestellt wurde. Edward Kennedy ist ein Siebdruck, in dem Warhol die Farben der amerikanischen Flagge und Diamantenstaub benutzte, um den Glanz der Persönlichkeit zu unterstreichen.

Das Präsidentenpaar wurde zum Vorzeigeehepaar, zur Vorbildfamilie und letztlich zu Fernsehstars und zur Stilikone erhoben. Sie wurden verehrt und geliebt als sie lebten und beweint und bedauert nach ihrem Tod. Solche großen Gefühle wurden bis dahin keiner Politikerfamilie zuteil. Ihre Medienpräsenz sowie die positiven Gefühle, die sie begleiteten, verhalfen ihnen zu enormen Interesse seitens der Kunstwelt. Nicht nur Andy Warhol, sondern auch viele andere Maler, Bildhauer und Photographen stellten die Kennedy-Familie in ihren Werken dar. 

Notiz: Das Museum THE KENNEDYS stellt ein Screenprint von Andy Warhols Jacqueline Kennedy III (1966) aus.

JK

Martin Luther King und John F. Kennedy

Dr. Martin Luther King Jr. zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Der promovierte Theologe war einer der charismatischsten Führer der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Seinen gewaltlosen Kampf gegen die Diskriminierung der Schwarzen in den Vereinigten Staaten führte er inspiriert von den Gedanken und Methoden Mahatma Gandhis. Er avancierte zur Symbolfigur für soziale Gleichberechtigung und den Widerstand gegen jede Art rassistischer Diskriminierung. Er propagierte den zivilen Ungehorsam als Mittel gegen die politische Praxis der Rassentrennung und nahm selbst an entsprechenden Aktionen teil. Martin Luther King Jr. wurde über dreißig Mal inhaftiert.

Als King im Oktober 1960 verhaftet wurde, schaltete sich Präsidentschaftskandidat John F. Kennedy ein, zum Teil aus politischer Rücksichtsnahme, zum Teil aus Mitgefühl und versprach Kings Frau in einem Telefonat alle ihm mögliche Hilfe. Bobby Kennedy intervenierte daraufhin beim Gouverneur von Georgia und Martin Luther King wurde freigelassen. Kings Vision einer freien und gleichen Gesellschaft formulierte er 1963 im Rahmen des „Marsch auf Washington“ in seiner berühmt gewordenen „I have a dream”-Rede vor 250.000 Menschen. Durch Kings Einsatz und Wirken entwickelte sich die Bürgerrechtsbewegung von einer national begrenzten Bewegung mit dem Ziel der Gleichberechtigung für die Schwarzen in den USA zur Vision einer weltweiten „beloved community“.

Die Bürgerrechtsbewegung in den USA wurde zu einer sozialen Bewegung, die letztlich die gesetzliche Aufhebung der Rassentrennung und die Durchsetzung des uneingeschränkten Wahlrechts für die schwarze Bevölkerung der US-Südstaaten erkämpfte. Harris Wofford, Special Assistant to the President for Civil Rights, beschreibt das Verhältnis zwischen King und Kennedy als angespannt: Unlike the President’s relations with Whitney Young and Roy Wilkins, which were easy and sophisticated, there was always a strain in his dealing with King, who came on with a moral tone that was not Kennedy’s style and made him uncomfortable.” King begrüßte die Wahl John F. Kennedys zum Präsidenten, stellte jedoch ernüchtert mit dessen voranschreitender Amtszeit fest: In the election when I gave my testimony to Kennedy, my impression then was that he had the intelligence and the skill and the moral fervor to give the leadership we have been waiting for and do what no other President has ever done. Now I am convinced that he has the understanding and the political skill but so far I am afraid that the moral passion is missing!”

King zeigte sich anerkennend für das, was Kennedy tat bzw. bereits getan hatte, forderte aber von ihm, dass dieser eine moralische Führungsposition in der Bürgerrechtsfrage einnehme. Kennedy scheute dies aus Angst, die Unterstützung der konservativen Demokraten in den Südstaaten für seine innenpolitischen Reformvorhaben zu verlieren. Als die Gewalt jedoch eskalierte, hielt Kennedy am 11. Juni 1963 eine Fernsehansprache, in der er an das amerikanische Volk appellierte und mit seinen berühmten Worten eindeutig Farbe bekannte: This Nation, for all its hopes and all its boasts, will not be fully free until all its citizens are free.“ Kurz darauf legte Kennedy dem Kongress ein Bürgerrechtsgesetz vor. Martin Luther King wurde am 4. April 1968, heute vor 42 Jahren, in Memphis erschossen. Für die Tat verurteilt wurde James Earl Ray, die genauen Umstände der Tat bleiben jedoch bis heute ungeklärt.

as

„American Legacy: The Story of John and Caroline Kennedy”, C. David Heymann, 2007

You know you have to take a book with a (severe) pinch of salt when two pages in, an eavesdropping passenger onboard the same aircraft as Caroline and Ted Kennedy is used as a credible source. C. David Heymann’s previous publications, such as the salaciously titled “Bobby and Jackie: A Love Story”, have already come under fire for being little more than allegation-drenched, factually sparse works.

While Caroline and John were only five and two years old respectively when their father was assassinated, the media’s fascination with these two siblings did not let up once they had left the White House. This book aims to provide the reader with a deeper insight into the personalities and lives of President Kennedy’s offspring. The first few chapters are dedicated to the childhood and adolescence of Caroline and John, from their idyllic early years in the White House with their parents and pony Macaroni, to the dark months following their father’s death, through to the obligatory awkward teenage phase.

The bulk of the dual biography, however, deals with their adult years. This is when the rumours really start to flow thick and fast – Carolyn’s alleged pregnancy at the time of the fatal airplane crash, JFK Junior’s supposed affairs as well as the allegation that he was under the influence of alcohol when his plane went down. Their relationship with their mother is portrayed as a loving, though at times difficult, one, and the siblings are depicted as polar opposites; Caroline private and guarded, John outgoing and thrill-seeking. The sensationalism of this book makes it an entertaining read that proves very easy to digest. Its after-effect however, is akin to the feeling one gets after reading Hello magazine – the gloss that lures you in leaves you with a slightly grubby sense of dissatisfaction once you manage to finally tear yourself away from its pages.

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Gründung des Peace Corps vor 49 Jahren

Am 14. Oktober 1960 hielt Senator John F. Kennedy im Rahmen seines Wahlkampfes eine Rede vor Studenten der Michigan Universität in Ann Arbor. In dieser Rede rief er die Studenten auf, mit ihrem Fachwissen und Know-how in Entwicklungsländern Hilfe zu leisten. Ganz im Sinne der „New Frontier“ sollten die Studenten sich für ihr Land engagieren, „neue Grenzen“  überschreiten und amerikanische Werte vertreten.  Damit gab Kennedy den Anstoß zur Verwirklichung des Vorläufers der Entwicklungshilfe,  „Peace Corps“ genannt.

Am 1. März 1961, genau vor 49 Jahren, wurde auf Anweisung John F. Kennedys das Peace Corps als eine unabhängige Behörde innerhalb des amerikanischen Außenministeriums gegründet. Seitdem haben mehr als 200.000 Freiwillige in 139 Ländern gedient. JFKs Schwager Sargent Shriver, Vizepräsidentschaftskandidat 1972 sowie ehemaliger Botschafter in Frankreich, war die treibende Kraft in der Errichtung des Peace Corps und zugleich der erste Direktor der Behörde.

Die Arbeitsgebiete des Peace Corps reichen von Bildungsarbeit und Aufklärung in Gesundheitsfragen (AIDS, Trinkwassernutzung etc.) bis hin zur technischen Schulung  der Bevölkerung vor Ort. Das Peace Corps soll gemäß Kennedy einen Beitrag Amerikas zum Frieden in der Welt leisten sowie den kulturellen Austausch zwischen den USA und anderen Kulturen fördern.

Die Ausgangsidee war, nicht nur Geld an Entwicklungsländer zu zahlen, sondern die Menschen aktiv in die Verbreitung von Demokratie und Freiheit einzubinden. Die Vermittlung von Wissen soll auf der Ebene der Menschen, für die Hilfe geleistet wird, stattfinden. Das bedeutet, dass die Freiwilligen gemäß den Bedingungen am Einsatzort zusammen mit den Menschen leben.

Als Nebeneffekt werden darüber hinaus die Beziehungen zwischen Dritte-Welt-Ländern und der Industrienation USA gefördert. Gemäß der Planungskommission sollte das Peace Corps „kein diplomatisches oder propagandistisches Unternehmen, sondern ein genuines Experiment in internationaler Partnerschaft“ sein. Das Projekt Peace Corps erfreute sich vor allem in den 60er Jahren – gemäß des damaligen Zeitgeistes – großer Beliebtheit. Im Laufe der Jahre wuchs jedoch Kritik am Peace Corps und es häuften sich, auch innerhalb der eigenen Reihen, Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Behörde. Unter anderem wurden die Effektivität und eigentliche Wirkung der Arbeit des Peace Corps bemängelt. Darüber hinaus sahen viele Kritiker in dem Peace Corps ein außenpolitisches Propagandainstrument, das den eigentlichen politischen Zweck – den Einfluss des Kommunismus zu schwächen – hinter dem Schein einer selbstlosen Hilfe zu verstecken suche.

Kennedy gab mit dem Peace Corps idealistisch eingestellten Amerikanern die Möglichkeit, sich sinnvoll und aktiv für Menschen der Dritten Welt einzusetzen und dadurch das Verhältnis zwischen Dritte-Welt- Ländern und den USA selbst mit zu beeinflussen. Auch wenn die Ausgangsidee und die offizielle politische Neutralität, vor allem mit steigendem Vietnam-Engagement nicht immer der Realität entsprachen, ist die symbolische Bedeutung der Schaffung des Peace Corps nicht zu unterschätzen. Das Programm steht wie sinnbildlich für den Willen zur Veränderung und für den Aufbruchgeist der Kennedy-Zeit.

Das eng mit John F. Kennedy verbundene Programm vergrößerte nicht nur dessen weltweite Popularität, sondern diente auch als Vorbildorganisation für den Deutschen Entwicklungsdienst in Bonn, der am 24. Juni 1963 gegründet wurde.

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Irish Roots

 

            What should actually have made for perfect election campaign fodder, turned out to be one the biggest stumbling blocks of Kennedy’s 1960 presidential bid – his family history. There is nothing the American public loves more in a presidential candidate than a Ragged Dick style rags to riches story- the embodiment of the American Dream, and the Kennedys could certainly lay claim to that.

            When the Irish potato famine of the 1840s sent hundreds of thousands of Irish across the Atlantic, the Fitzgeralds and the Kennedys were amongst the impoverished droves who settled in Boston, with hope of a brighter tomorrow. Both families soon worked their way up the financial and political ladder; Jack’s maternal grandfather, “Honey Fitz”, became mayor of Boston and P. J. Kennedy, Jack’s paternal grandfather, was a highly successful businessman who also served in the Massachusetts Senate. Their children, Joseph P. Kennedy and Rose Fitzgerald, married in 1914 and it wasn’t long before Joe amassed his millions the stock market, Hollywood and in his (possibly somewhat dubious) dealings in the liquor trade.

            So why did this epic tale of immigrant success not resonate with the voters of 1960? Well for a start, it was not the candidate himself who had put in the hard graft and worked his way up from next to nothing – in fact, a common complaint was that “Daddy’s money” played an instrumental role in young Jack’s election victories, with the accusation that votes were simply being bought instead of earned. Furthermore, Irish roots meant only one thing to many voters- Catholicism. Though Joe and Rose hoped that their children would not be subjected to the social stigma that they themselves had had to endure while growing up in Protestant Boston and while they strove ardently to Americanize their family, anti-Catholicism was still rife in the US. Voters feared that a Catholic president would hold a greater allegiance to the Vatican than to his country and have public policy dictated to him by the pope. Kennedy’s clearest refutation of these claims came when he gave an address in September 1960 to the Greater Houston Ministerial Association, a group of Protestant ministers, where he proclaimed, “the separation of church and state is absolute”. With this speech, he managed to dampen, though not fully extinguish, the anti-Catholic sentiment threatening to engulf his election campaign and went on to become the first Catholic president of the United States.

 

To view a full transcript (and video) of Kennedy’s address to the Greater Houston Ministerial Association please visit: http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=16920600

 

The first chapter of Robert Dallek’s comprehensive biography, “John F. Kennedy: An Unfinished Life”, contains more information on President Kennedy’s forefathers.

 

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»Ask not what your country can do for you - ask what you can do for your country.«

49 years ago, on January 20, 1961, John F. Kennedy gave his inaugural address in front of a snow-covered Capitol. More than 20,000 people braved the elements in order to witness the inauguration of the 35th president. A president’s inaugural address serves the purpose of setting the tone for the coming presidency and with the words »Ask not what your country can do for you - ask what you can do for your country«, Kennedy did just this; a new era was dawning.

The fifties are seen by many as a decade of contentment, defined by mass consumerism and rising prosperity, during which time the population had however become more and more complacent and self-centred. With his challenge, Kennedy called upon Americans to become engaged citizens who took their civic responsibility seriously. This new beginning is above all signified by Kennedy’s announcement that »the torch has been passed to a new generation of Americans«. In contrast to »fuddy-duddy« Eisenhower, Kennedy, with his young family, glamorous wife and youthful, dynamic charisma (and of course in his refusal to wear neither a coat nor a hat at his inaugural address despite freezing temperatures) was himself the embodiment of this new generation full of hope for change.

His speech was also partly a reaction and response to his critics, who regarded him as too young and inexperienced (particularly in the field of foreign affairs) to govern the country successfully. The Soviet Premier Khrushchev had already held a speech a few days prior to Kennedy’s inaugural address, in which he had pledged his support for »wars of national liberation«; in essence, he had near enough sanctioned a worldwide communist revolution. Kennedy took this on board but responded in a rational, measured way and did not engage in any war-mongering. He made it crystal clear that America was prepared to »pay any price, bear any burden, meet any hardship, support any friend, oppose any foe, in order to assure the survival and the success of liberty«. However, he also called for both sides of the Cold War to come together in a »quest for peace«, by taking part in arms inspections and controls. The quote, »Let us never negotiate out of fear. But let us never fear to negotiate«, though a declaration of American strength and self-assertion, is at the same time an assurance of a willingness to co-operate with the Soviets.

Why, some people ask, did the speech deal almost exclusively with foreign affairs? Kennedy provides an explanation with the proclamation, »The world is very different now. For man holds in his mortal hands the power to abolish all forms of human poverty and all forms of human life.« The world found itself in the midst of the Cold War and as the Cuban Missile Crisis would later demonstrate, a nuclear war was so to speak only a push of button away. From this perspective then, there was in fact nothing more important to discuss than the issue of war – and peace.***

 

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“Als ich davon hörte…” / “When I Heard the News…”

„Als ich davon hörte…”

Am 22. November 1963 wurde John F. Kennedy ermordet. In zahlreichen Gesprächen mit Besuchern unseres Museums haben wir festgestellt, dass sich die Menschen ganz genau an den Moment erinnern, in dem sie die Nachricht von der Ermordung erhielten.

Wie haben Sie die Nachricht vom Attentat erhalten? Wer überbrachte die Neuigkeit und wie reagierten Ihre Freunde, Eltern und Geschwister? Was blieb Ihnen am lebhaftesten in Erinnerung?

Das Museum THE KENNEDYS sammelt Ihre Geschichten. Im Herbst des kommenden Jahres werden diese dann im Museum im Rahmen eines Themenmonats präsentiert. Schildern Sie uns die Umstände, unter denen Sie damals vom Tode Kennedys erfuhren - per E-Mail, Brief, in einem Anruf oder bei einem Besuch im Museum THE KENNEDYS am Pariser Platz 4a.

„When I Heard the News…”

John F. Kennedy was assassinated on November 22, 1963. Many conversations with visitors of our museum have shown us that a lot of people still very vividly remember the moment they received the news of President Kennedy’s untimely death.

How did you receive the news of Kennedy’s assassination? Who delivered the news to you and how did your friends, parents, and siblings react to it? What do you remember most?

The museum THE KENNEDYS will gather your stories. These stories will be presented in the museum in the fall of next year. Please send us your memories of Kennedy’s assassination by contacting us via e-mail, postal mail, telephone, or during a visit to the museum THE KENNEDYS at Pariser Platz 4a in Berlin.

Museum THE KENNEDYS
Pariser Platz 4a
10117 Berlin
Tel: 030 20653570
E-Mail: info@thekennedys.de